OHNE KORKEN

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Beim Rückflug von unserem letzten London-Besuch hatte ich wieder einige neue Kochbücher im Gepäck. Eines hatte ich direkt am Borough-Market erworben, zuhause einmal durchgeblättert und … vergessen. Vielleicht weil es ein unauffälliges Buch ist, nur mit Schwarz-Weiß-Fotografien.

Erst beim Durchforsten meiner Kochbücher vor einigen Tagen fiel es mir wieder in die Hände. Und da ein Kochbuch nur in meinem Haushalt bleiben darf, wenn ich mindestens ein Rezept daraus gekocht habe, begann ich es wieder einmal durchzublättern. Hängengeblieben bin ich bei einem Rezept, das folgendermaßen beschrieben wird “a dish that takes little time to prepare and yields fantastic results. Gutsy flavours und fruity red wine are lightened up with the addition of orange juice, making the dish perfect for any time of the year. Chili, fennel and orange are natural partners with saffron.”

Na, da kann man ja fast nicht anders, als das nachzukochen. Noch dazu verlangt das Rezept eine Blutorange, und die Blutorangensaison neigt sich gerade ihrem Ende zu. Der dazupassende Safran findet sich in der Beilage als Safran-Reis.

 Oktopus in Rotwein mit Blutorange und Fenchel
 für 2 Personen

1 Oktopus, ca. 1 kg schwer oder 2 kleinere Oktopoden
4 EL Olivenöl
1 Zwiebel, fein gehackt
1 große Fenchelknolle, fein gehackt
2 Stangen Porree, das Weiße, geputzt, längs halbiert und in grobe Stücke geschnitten
4 Knoblauchzehen
1 TL Fenchelsamen
1 TL Korianderkörner
2 Lorbeerblätter
1 gehäufter TL Salz
1/2 roter Chili, fein gehackt (K: Habanero)
350 ml trockener Rotwein
1 Blutorange, halbiert

Safranreis:
100 g Risotto-Reis (K: Carnaroli)
1/4 TL Salz
1/4 TL Safranfäden
450 ml Hühnersuppe

Den Oktopus kalt waschen, die Tentakeln abtrennen, größere Tentakeln halbieren oder dritteln. In einem großen, schweren Topf das Olivenöl erhitzen. Zwiebel, Fenchel und Porree hineingeben, zudecken und ungefähr fünf Minuten dünsten.

Das Backrohr auf 170 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Knoblauch schälen und hacken, mit den Fenchel- und Koriandersamen, sowie Chili und Salz im Mörser zu einer Paste verarbeiten. Zum Gemüse geben und einige Minuten mitbraten, bis alles fein duftet. Die Oktopusteile zufügen und gut unterrühren. Lorbeerblätter und Wein, sowie die halbierte Orange mit der Schnittfläche nach unten hineingeben. Backpapier etwas größer als den Topfdurchmesser zuschneiden, auf den Topf legen, dann den Deckel auflegen. Für ungefähr eineinhalb Stunden ins vorgeheizte Backrohr geben.

Und übrigens: Es ist völlig unnötig, einen Korken zum Oktopus zu geben! Es hält sich ja in den verschiedensten Kochbüchern und Internet-Foren das Gerücht, Oktopus würde nur weich werden, wenn man einen Weinkorken mitkocht. Das ist Unsinn, der Kopffüßer wird auf jeden Fall zart und weich (oder auch nicht), ein Korken spielt dabei jedenfalls keine Rolle.

Für die Beilage den Reis zusammen mit Salz, Safranfäden und Suppe aufkochen. Acht Minuten leicht köcheln lassen, dann zudecken, den Herd abschalten und 20 Minuten ziehen lassen. Vor dem Servieren noch einmal durchrühren.
Dazu serviert mein Mitkoch einen ros di buri 2007, einen Merlot von Meroi aus Buttrio im Friaul, der wunderbar dazu passt.

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