VOM GLÜCK DER FRUCHTFLIEGE, IN EINEM KOTELETTFÖRMIGEN LAND ZU LEBEN ODER: AUSTRIA IST NICHT AUSTRALIA

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Das Schimpfen über das Wetter in diesem Sommer muss jetzt mal aufhören. Es stimmt schon, Leute mit Schwimmbad hatten wenig Grund zur Freude. Trotzdem hat mich das Wetter nicht so sehr gestört. Ich habe jetzt schon meine Pilzvorräte ins Trockene gebracht. Die Tomaten tragen wie wild (sie haben gottseidank ein Dach über dem Kopf, sonst wären sie hin). Zum ersten Mal seit Jahren gibt’s wieder Feigen (Feigenmarmelade!) im Garten, die Erdbeerweintrauben sind schon fast alle reif, die Jalapenos werden am Wochenende eingelegt und sogar meine roter Haselnussbaum trägt haufenweise Früchte. Eigentlich kein Grund zum Meckern.

Aber … und jetzt komm ich zum Titel der Geschichte: Ich habe derzeit einen Feind im Garten, und schlimmer noch, auch in meiner Küche: Die Fruchtfliegen lieben das feuchtwarme Spätsommerwetter. Und sie können von Glück sagen, dass sie bei mir und nicht in Australien wohnen.
Denn in Australien, vor allem in Westaustralien hätten sie sehr viel weniger Spaß am Leben. Dort wird versucht, sie  mit allen Mitteln daran zu hindern, einzuwandern. Urlauber  müssen vor der Einreise jegliches Obst und Gemüse zurücklassen, auf dass sich das Tierchen dort nicht ausufernd vermehre.
Und an den Grenzen gibt es Fruchtfliegen-Kontrollstationen. Bei uns hingegen feiern sie seit Juli (Klaräpfel!) zusammen mit ihren Großfamilien fröhliche Urständ. Seitdem finden sie Nahrung in Hülle und Fülle und der heurige Sommer kommt ihnen wettermäßig  … sagen wir mal, sehr entgegen. Man kann nicht mal ein Weinglas ein paar Minuten unbeobachtet stehen lassen – zack, schon plantschen ein paar von diesen Zweiflüglern drin.

Also verarbeite ich meine Ernte so schnell wie möglich und hoffe, dass sich alles mit sinkenden Außentemperaturen und weniger Nahrungsangebot schon wieder regeln wird.

Um die Tomatenmengen zu reduzieren koche ich sie gläserweise ein und am Abend gibts einen einfachen Tomaten-Paprika-Salat, eine Focaccia mit getrockneten Tomaten, dazu ein Glas Wein. Und zwar draußen auf der Terrasse in den ersten wärmenden Sonnenstrahlen seit Tagen …

Focaccia mit getrockneten Tomaten
Für 1 Backblech

350 g Weizenmehl, Typ 700
50 g Hartweizengrieß
10 g Germ
7 g Salz
30 g Olivenöl
240 g lauwarmes Wasser
frischer Thymian (oder Rosmarin), grob gehackt
50 g getrocknete Tomaten, grob gehackt
Olivenöl zum Bepinseln

Weizenmehl und Hartweizengrieß mischen. Germ im warmen Wasser auflösen. Aus der Mehlmischung, Olivenöl und dem Wasser in der Küchenmaschine einen geschmeidigen Teig kneten, nach einigen Minuten das Salz einrieseln lassen und noch ein paar Minuten durcharbeiten. Teig aus der Schüssel nehmen und auf die Arbeitsfläche legen. Noch etwas kneten und dabei die getrockneten  Tomaten und den Thymian einarbeiten. Den Teig zugedeckt bei Zimmertemperatur etwa eine Stunde gehen lassen.

Auf Backblechgröße ausrollen. Auf dem Backblech noch mal zugedeckt etwa eine halbe Stunde gehen lassen. Das Backrohr auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Teig mit Olivenöl bepinseln. Mit den Fingerspitzen Vertiefungen in den Teig drücken. In etwa 30 Minuten knusprig backen und noch lauwarm servieren. Dazu einen Tomaten-Paprika-Salat (Paprika vorher im Ofen geröstet und enthäutet) mit ein paar Stückchen zerzupftem Büffelmozzarella und ein Glas Wein – mehr brauch ich gar nicht …

Tipp gegen Fruchtfliegen:
Ein kleines Schüsserl mit folgender Mischung in die Nähe von Obstkörben oder anderen gefährdeten Plätzen stellen:
• Fruchtsaft (Orange, Apfel oder sonstwas, die sind da nicht wählerisch)
• Essig (nicht den teuren) und
• etwas flüssiges Spülmittel.
Da stürzen sie sich rein und können nicht mehr raus, da die Flüssigkeit wegen des Spülmittels keine Oberflächenspannung mehr hat.

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